Frechheit der Banker geht weiter:


Milliarden-Bonizahlungen mitten

in der Finanzkrise

Liebe Leser,

ich bin seit vielen Jahren Unternehmer und war noch niemals neidisch auf jemanden, der viel Geld verdient. Das nämlich ist eine wichtige Grundregel, wenn man selbst erfolgreich sein will. Wenn ich aber weiß, dass die Misswirtschaft von Großbankern dazu geführt hat, dass die ganze Welt in eine “alternativlose” Finanzkrise gestürzt wird, fehlt mir jegliches Verständnis dafür, dass zeitgleich genau diese Banker mit Milliardenbeträgen an Bonizahlungen belohnt werden. Eine Frechheit, die seinesgleichen sucht.

Boxberg. 26.07.10 (c) Jürgen A. Kettner

Wenn ein Bank in Schwierigkeiten gerät, bekommt Sie neuerdings staatliche Hilfe aus Steuergeldern! Das haben wir alle, wenn auch widerwillens, längst abgenickt. Denn, wie wir wissen, ist unser System abhängig von den Banken. Gehen mehrere Großbanken gleichzeitig in die Pleite, bricht das Finanzsystem zusammen. Wir müssten neue Tauschmittel erfinden. Soweit, so gut.

Nun aber platzt sogar mir der Kragen, wenn ich höre, dass auf dem Höhepunkt der Finanzkrise oder zumindest auf dem Weg dahin, die Spitzenmanager verschiedener Banken rund 1.6 Milliarden US$ oder umgerechnet ca. 1.3 Milliarden Euro an, aus meiner Sicht “ungerechtfertigten” Boni, erhalten. Eintausenddreihundert Millionen Euro! Wo sind wir eigentlich, dass solche Schweinereinen immer noch zugelassen werden, anstatt dieselbe Truppe an Versagern einzusperren für das Desaster, dass nicht lange zuvor durch diese “sogenannten Spitzenmanager” angerichtet wurde. Unglaublich.

Mehr als 17 Banken haben diese Bonizahlungen Ende 2008 und Anfang 2009 an Ihre Manager gezahlt, deckt Focus.de|Finanzen im aktuellen Bericht vom 25.07.2010 auf. HIER geht´s zum Originalbricht.

Der „Bonusbeauftragte“ (welch aufregender Titel) von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, wollte am Freitag einen entsprechenden Bericht vorlegen. Nach den Vorabinformationen bezeichnete er die Boni darin zwar als „unklug“, sie seien aber nicht ungesetzlich und stünden nicht im Widerspruch zum öffentlichen Interesse. Auch habe Feinberg praktisch keine Möglichkeiten, eine Rückzahlung des Geldes einzufordern. Unter den aufgeführten Geldhäusern seien Wall-Street-Giganten wie Citigroup, Goldman Sachs und der Versicherer AIG. Es zählten aber auch kleinere Institute wie etwa die Boston Private Bank dazu.

Dem Bericht der „New York Times“ zufolge sind bei den Geldhäusern zwischenzeitlich mit den Gewinnen auch die gigantischen Gehälter wieder zurückgekehrt. Danach zahlte das Investmenthaus Goldman Sachs jedem Mitarbeiter im Durchschnitt 544 000 Dollar (425 000 Euro) pro Jahr, bei JPMorgan Chase sind es 400 000 Dollar und bei Morgan Stanley 262 000 Dollar.

Mein Fazit: Ich fasse mich lieber kurz sonst muss ich mich vielleicht noch während dem Schreiben übergeben. Das Volk wird gerupft wie ein dummes Huhn und merkt es nicht. Die kritische Masse an Menschen ist noch nicht erreicht, die in der Lage zu sein scheint, dies hirnlose Gier zu bremsen. Aber der Tag wird kommen, ich glaube fest daran. Immerhin trauen sich immer mehr Menschen diese Wahrheiten nun auszusprechen und zu verbreiten. Der Anfang ist gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

Ihr Jürgen A. Kettner

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